Park & Schloss Branitz
und Pücklers Grabpyramiden
Nur wenige kennen die Stadt Cottbus, einige vielleicht durch die Buga 1995.
Lage: Südosten Brandenburgs ca. 100 km von Berlin und unweit der Grenze
zu Polen ca. 30 km. Cottbus hat sich in den letzten 10 Jahren, vor allem das
Stadtbild, sehr verändert. Es wurde und wird sehr viel gebaut, daneben ist aber
auch sehr viel Grün entstanden. Cottbus liegt an der Spree und wird daher auch
"Das Tor zum Spreewald genannt".
Wer schon einmal in Cottbus war, kennt den Branitzer Park. Oder?
Ein Ort für Ruhe und Entspannung lädt zum verweilen ein. Der nach englischem Vorbild gestaltete, ca. 90 Hektar große Landschaftsgarten liegt an der südöstlichen Peripherie der Industriestadt Cottbus. Hermann Fürst von Pückler- Muskau (1785-1871) legte auf seinem Erbgut Branitz zwischen 1846 und 1871 diesen letzten deutschen Landschaftsgarten an. Vollendet wurde er 1888 von Christoph Bleyer/ Gartendirektor(1837-1915). Baumgruppen die proportional auf großen, sanft geschwungenen Wiesen angeordnet, in welche mit viel Feingefühl Gewässer eingebettet sind, zeugen von Pücklers gartenkünstlerischer Meisterschaft. Wegen seiner künstlerischen und kulturhistorischen Bedeutung steht dieser Park auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg.
Die drei höchsten Erderhebungen des Parks die Wasserpyramide (Tumulus), die Erdpyramide und der Hermannsberg sind zwischen 13- 16 Metern hoch. Der Tumulus ist das Grab des Fürsten und seiner Frau Lucie. Er wurde innerhalb von 12 Wochen errichtet und 1856 fertiggestellt.
Die stufenförmig angelegte Erdpyramide entstand 1863. An einem Gitter befinden sich folgende Worte aus dem Koran "Gräber sind die Bergspitzen einer fernen neuen Welt".
Das Schloss Branitz ist seit 1946 Bezirksmuseum von Cottbus. Es wurde vor über zwei
Jahrhunderten (oder gar drei?) erbaut und liegt inmitten des Branitzer Parks.
Im Obergeschoss des Schlosses befinden sich drei Räume, welche einen fremdartigen,
exotischen Eindruck machen und in ihrer Art einmalig sind.
Als Reminiszens an seine große Orientreise ließ Fürst Pückler die Wände dieser Zimmer mit bemalten Tapeten beziehen, welche mit islamischen Ornamenten bedeckt sind. Daher gleicht manch eine Wand einem persischen Teppich (ca. anno 1850). Diese Zimmer geben so den angemessenen Rahmen für eine Ausstellung über das Leben und Werk des Hermann Fürst von Pückler- Muskau.
Hermann Fürst von Pückler- Muskau besaß vorher noch einen größeren Landschaftsgarten, auch diesen kann man heute noch bewundern. Er besteht aus mehreren Teilen. Das neue Schloss, welches im Krieg zerstört wurde, wird gegenwärtig rekonstruiert. Fürst Pückler brachte von einer Orientreise auch eine orientalische Sklavin, Machbuba, mit. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte, bei Interesse schreibe ich auch darüber. Schickt mir einfach eine E- Mail !
Ein Teil des Berichtes sind Auszüge aus dem Werk "Schloss und Park Branitz", es wurde vom Beziksmuseum Cottbus/ Schloss Branitz herausgegeben.
Das Foto von der winterlichen Landpyramide machte: Reiner Weisflog die anderen Bilder stammen aus einer Kunstdruck- Broschüre vom H.C. Schmiedicke Verlag/ Leipzig- 1985.
Weitere Infos über Park & Schloss Branitz, ein virtueller Spaziergang, Öffnungszeiten usw.
verfasst am: 06.06.2000